In der Natur

Nur an zwei kurzen Momenten im Jahr hält Tag und Nacht exakt die Waage: Am 21. März, und an der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche, dem 21. September. Tag und Nacht sind heute gleich lang und damit in vollkommener Balance. Die Kälte hat sich weiter zurückgezogen. Der Sonnenbogen zieht zunehmend höher über den Himmel und die Wärme der Sonnenstrahlen wird intensiver. Die Tage werden wieder länger!

Das Wetter kann noch rau sein. Regen, Wind, Schnee und Sonne wechseln sich ab. Trotzdem zeigt das Leben in der Natur eine unbändige Kraft, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Die ersten Triebe durchstoßen noch voller Zartheit, aber mit einer wilden Lebenskraft,  Rinden, Äste und den Boden. Die ganze Energie konzentriert sich jetzt darauf, nach oben und ins Außen zu gehen. Frühblüher können je nach Witterung bereits Hochsaison haben. Im Wald ist unter den ersten der Huflattich, gefolgt von Schuppenwurz, Märzenbecher, Veilchen, Anemonen, Schlüsselblumen, Lungenkraut, gelben Windröschen, Blaustern und je weiter das Frühjahr fortschreitet, dem Bärlauch. Die Zeit der Frühblüher ist beschränkt. Denn sobald sich das Blätterdach des Waldes ganz geschlossen hat,  müssen sie ihren Zyklus abgeschlossen haben. Nur der von den Sonnenstrahlen berührte Waldboden bietet ihnen genug Licht für die Fotosynthese. Bei einem Waldspaziergang können jetzt schon erste Zutaten für eine Räuchermischung gesammelt werden: Veilchen und Schlüsselblumen. Obwohl die Schlüsselblume unter Naturschutz steht, dürfen die Blüten geerntet werden, nur die Wurzel nicht. In einer Räuchermischung sehen die Blüten hübsch aus und entfalten ihre besondere Wirkung: Beide vertreiben Traurigkeit, Melancholie und belastende Gedanken. 

Immer mehr Vögel kehren zurück, die Farben werden bunter. Wachstum und die nach außen drängende Fruchtbarkeit werden sichtbarer. Bienen verlassen ihren Stock, Igel erwachen aus ihrem Winterschlaf. Die ersten milden Nächte im März sind der Startschuss für den Wanderzug von Kröten, Molchen und Grasfröschen.

Auch bei den Menschen tut sich was: Sowohl von Frühjahrsmüdigkeit wie von rauschhaften Frühlingsgefühlen ist die Rede. Für letztere ist die Zirbeldrüse verantwortlich, die das Schlafhormon Melatonin produziert. Werden die Tage länger, nimmt die Melatonin-Konzentration im Blut ab. Die Zirbeldrüse ist eine Art biologische Uhr, die dafür sorgt, dass wir den Frühling nicht verpassen. Für Evolutionsbiologen scheint sie ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten zu sein, die die saisonalen Veränderungen in der Natur auf Hormonebene anzeigt. Weitere Forschungen berichten jedoch, dass der permanente Einfluss von Kunstlicht auf die Hormone die natürliche Reaktion des Körpers auf  den Wechsel der Jahreszeiten unterdrückt. 

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