Wir lesen ja grad mal wieder viel im worldwideweb über die Sperrnächte. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass das ein super regionaler Brauch ist, der in einem ganz bestimmten agrarisch geprägten Umfeld hoch Sinn machte und vielerorts gänzlich unbekannt ist. Siehe auch FB, Gruppe Jahreskreisfeste zelebrieren, der Post von Daniela, der oben fixiert ist.

Ich habe nicht den Eindruck, dass dort, wo die Sperrnächte bekannt sind/waren, diese Tage mit aufwändigen, täglichen Zeremonien, Riten und einem morts Nimbus drumrum begangen wurden. Vielmehr sind die Handlungen wie von selbstverständlich in den Alltag eingeflossen.

Deswegen: Es geht nicht darum, dass wir das jetzt kopieren und eine zweite vor-raunächtliche Reihe höchst magisch-mystischer Tage mit stundenlangem Reflektieren daraus machen. Es kann jede:r so machen, wie er möchte, ganz klar.

Ich möchte nur zu bedenken geben, dass wir nichts künstlich übernehmen, aufblasen, gestalten, zelebrieren müssen, wo nichts ist. Für wen es passend ist, wunderbar.

JEDOCH: Man könnte sich ja auch mal daran erinnern, dass jetzt ADVENT ist, dieser ist überregional, in unzähligen Kulturen verankert und gab es schon VOR dem Christentum. Es ist nämlich eine Vorbereitungs-. eine Wartezeit auf die Wiedergeburt des Lichtes am 21. Dezember zu Wintersonnenwende. Diese könnte. wenn wir wollten, uns alle berühren, wir könnten sie zelebrieren.

So tiefgehende, sinnige Symbole beinhaltet der Advent, denen wir überall begegnen. Ja, sie scheinen uns zum Teil ausgelutscht, altbacken, von der christlichen Folie überlagert, verdreht, und nicht mehr im Ursprung verankert. Wie schade. Denn Advent ist mehr wie Weihnachtsmarkt und Glühwein!

DIESE 4 WOCHEN bereiten uns vor auf Wintersonnenwende und die Raunächte. Nichts mit reflektieren, sondern es ist eine unglaublich aufregende Zeit für unsere Vorfahren gewesen. Denn die Frage stand im Mittelpunkt: Wird der Sonnenbogen auch dieses Jahr wieder größer??? Banal, witzig? Für die Menschen damals nicht, sondern existentiell. Deswegen wurde alles getan in dieser Zeit, um dem Sonnenkind eine schöne Ankunft zu bereiten, um Wotans wilde Jagd ins Gehöft einzuladen, der die Totenseelen im Geleit hatte. Sie sollten sich willkommen fühlen bei der Einkehr ins Gehöft, um sich im nächsten Jahr in der Sippe zu inkarnieren.

Der Advent wurde also genutzt, um alles schön zu gestalten, die Stuben sauber zu machen, sie auszuräuchern, zu backen, die Lieblingsspeisen der Ahnen zuzubereiten. Der Blick ging nach VORNE auf die Wintersonnenwende, nicht zurück auf das Jahr. Das Wegsperren der Gerätschaften lief nebenher. So wie die Spinnstuben jetzt zugesperrt wurden, so hat man die anderen wirtschaftlichen Werkzeuge verstaut, vielleicht noch repariert, etc. Der Hauptfokus jedoch lag auf dem Blick in Richtung Wintersonnenwende, darum rankten sich die Handlungen, Gedanken, Überlegungen.

Nochmal, das ist mir wichtig: Es darf JEDE:R so machen wie er/sie möchte. Man kann von mir aus in ein Sperrnächte-Retreat gehen, virtuelle und online-Sperrnächte-Masterclassen mitmachen, uvm. Alles ok. Nur müsste es uns doch viel mehr um überregionale, überkulturelle Bräuche, Traditionen und Rituale gehen. Und das ist derzeit eben der Advent, der bedauerlicherweise bei vielen hinten runter kippt.

Außer ein Kerzchen und dann ein zweites und dann ein drittes anzünden, etc. auf dem Adventskranz anzünden – mehr ist es bei vielen leider nicht mehr. Und schon da fängt es an, wenn wir uns mal auf Adventsausstellungen in Gärtnereien, etc. umschauen: Man weiß nicht mal mehr, dass ein Adventskranz rund sein sollte und in welchen Farben er traditionell gehalten werden sollte, um an die tiefgreifende, geradezu archaische Sinngebung anzuknüpfen, die auf einer unbewussten Ebene unsere Seele erreicht und etwas in uns auslöst, was Magie von innen heraus ist und in einen ganz bestimmten Rhythmus und Fluss bringt.

Nichts für ungut… aber das musste mal wieder auf den Punkt gebracht werden, auch wenn es etwas länger geworden ist. Weil, ich bin ehrlich, manchmal habe ich den Eindruck, es wird ratzfatz auf ein Thema aufgesprungen ohne zu prüfen: Was hat das jetzt wirklich mit mir zu tun? Was hat das mit der Gegend zu tun, in der ich lebe, in der ich aufgewachsen bin? Was hat das mit meinen Ahnen zu tun? Was hat das mit den mir bekannten Traditionen und Bräuchen zu tun? Um was geht es mir jetzt wirklich in dieser besonderen Zeit? Das Thema, auf das aufgesprungen wird, hat durchaus seine Berechtigung, darum geht es mir gar nicht. Klar macht es auch Sinn, dort wo es herstammt, wo es seit Jahrhunderten/-tausenden gelebt wird. Ich möchte nur den Fokus darauf legen, mal zu hinterfragen, ob ich wirklich auf jeden Zug aufspringen muss, egal ob er mit mir zu tun hat oder nicht. Fährt halt grad vorbei. Also steig ich mal ein, egal wo ich lande, wird schon ok sein, Hauptsache ich bin mittendrin und voll dabei… hmm… ja, ihr wisst ja, manchmal triftte ich ins ironisch-sarkastische ab.

Soviel zur Anregung. Ich wünsche euch, uns allen: Wunderschöne Sperrnächte und einen wunderschönen Advent!!!

Herzliche Grüße, Christine

Und wenn dich der Advent, sein Ursprung und vor allem, seine Symbole und deren Bedeutung für einen seelischen Tiefgang interessieren, dann schau dir diese AUFZEICHNUNG genau über diese Themen an!

Herzliche Grüße, Christine

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